GESCHICHTE

Laut den Aufzeichnungen meines Urgroßvaters, Johann Haumer, gab es in der Gemeinde Moorbad Harbach schon zur Zeit Maria Theresias eine Glasschleiferei.

Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts entstanden entlang des Hirschenwieserbaches 10 solcher Schleifmühlen.

Mitte des 19. Jahrhunderts waren hier mehr als 50 Glasschleifer tätig, sodaß in den Schleifmühlen zuwenig Werkstätten vorhanden waren. Daher ging man über, in den Wohnungen Werkstätten aufzustellen, welche mit Hand und Fuß betrieben wurden und natürlich nicht sehr leistungsfähig waren.

Bereits im Jahr 1850 gab es die Glasschleiferei des Ferdinand Haumer, welche im Jahre 1867 erstmals gewerberechtlich erfaßt wurde.

Johann Haumer übernahm diese von seinem Vater Ferdinand. Johann war ein tüchtiger Unternehmer, der viele Lehrlinge ausbildete und auch viele Medaillen und Diplome bei Ausstellungen bekam.

Das zu schleifende Rohglas wurde damals in den umliegenden Glashütten in Schwarzthal und Silberberg ( heute Tschechien ) Schwarzau und Joachimstal gekauft. Die fertigen Glaswaren wurden auf zweispännigen Wagen zu den Frühjahrs- und Herbstmärkten auf die Freyung und am Hof in Wien gebracht. Auf diese Art wurde das Glas auch nach Oberösterreich, Salzburg und in die Steiermark transportiert und dort verkauft.

Die in dieser Gegend geschliffenen Gläser waren schon damals wegen der künstlerischen Schleifmuster sehr gesucht.

Als im Jahre 1900 die letzte Glashütte im Schwarzthal aufgelassen wurde, mußten die Glasschleifer das Rohglas von den weiterentfernten Glasfabriken in Nagelberg, aus Böhmen und Mähren abholen. Dies verursachte aber hohe Transportkosten, die Fertigprodukte verteuerten sich dadurch. Erst als die Waldviertler Bahn fertiggestellt war, gab es weniger Probleme mit dem Transport.

Nach dem 1. Weltkrieg ging das Geschäft sehr gut, aber nach 1925 änderte sich das drastisch. Die große Arbeitslosigkeit und die Reduzierung der Beamtengehälter schadeten dem Geschäft. Obwohl die ortsansässige Glasindustrie auf den verschiedenen Landesausstellungen große Beachtung fand und stets mit Medaillen prämiert wurde ( gold, silber, bronze; Johann Haumer erhielt außerdem 4 Staatspreise), gab es 1930 nur noch 2 Schleifmühlen in dieser Gegend.

Nach dem 2. Weltkrieg besserte sich der Geschäftsgang wieder. Johann Haumer hatte den Betrieb bereits an seinen ältesten Sohn übergeben. Johann Haumer jun. schaffte eine Turbine an, um die Wasserkraft effizienter zu nutzen und um den Betrieb leistungsfähiger zu machen. Ausstellungen auf der Wiener Messe hatten großen Erfolg, das Geschäft blühte wieder. Leider verstarb Johann Haumer jun. frühzeitig und der Betrieb mußte für ein paar Jahre stillgelegt werden.

Im Jahre 1967 wurde die Bleikristallmanufaktur von Robert Haumer, einem Sohn von Johann Haumer jun., wieder eröffnet.

Auch Robert Haumer bildete etliche Lehrlinge aus. Trotz starker Konkurrenz aus dem Ausland, welche mit billigem Pressglas den österreichischen Markt überschwemmte, konnte er mit hochwertigen, in echter Handarbeit hergestellten Qualitätsartikeln viele zufriedene Kunden gewinnen.

Weiters begannen Robert Haumer und dessen Frau, Hertha, mit dem Anfertigen und Handeln von Edelsteinschmuck.

1991 ging Robert Haumer in Pension und verstarb im Jahr 2001.

Seither führe ich, Herbert Haumer, den Betrieb in der 5. Generation weiter. Die Befähigung dazu erwarb ich im 2. Bildungsweg mit Auszeichnung.

Im Jahr 1995 eröffnete ich die Filiale "Glas & Steine" in Wien (3. Bezirk, Landstraßer Hauptstraße 102).

Immer stärker befassen wir uns mit der Herstellung von exklusivem Edelsteinschmuck und mit der Bedeutung der Heilwirkung der Steine.

Im Jahr 2004 konnte wir direkt im Moorheilbad Harbach einen kleinen "Glas & Steine Shop" eröffnen, welcher durch unsere erlesenen Schmuckstücke die Patienten der Kuranstalt erfreut.

2006 übersiedelte "Glas & Steine" in eine neues Geschäftslokal (Rochusgasse 2, 1030 Wien), welches durch seine U3 Nähe (Station Rochusgasse nur 90 Meter entfernt) nun schnell und einfach erreichbar ist!

Da die eigene Herstellung von Schmuck-Unikaten immer mehr Bedeutung erlangte, übersiedelte "Glas & Steine" im September 2012 in das neu adaptierte "Atelier Glas & Steine" in Wien 10, seit 2016 in Wien 3.

Es handelt sich hier bei um einen Atelierbetrieb, in dem die Steinschmuckstücke und Gravuren angefertigt werden. Der Verkauf erolgt ausschließlich im Waldviertel!

Ing. Herbert Haumer